Zuvor haben wir gesehen, dass der Wunsch nach Harmonie, Frieden, Freude usw. natürlich völlig ok ist – und dass es nicht darum geht, wie stark der Wunsch ist. Sondern dass ein Problem nur dann entsteht, wenn wir uns daran klammern, dass es genauso sein muss, wie wir es uns wünschen und wir nicht akzeptieren können, dass es anders ist. Und die 2. Frage ist nun, wie erfüllen wir uns den Wunsch von harmonischen, friedvollen, besinnlichen Weihnachten? (Das funktioniert dann natürlich auch zu jeder anderen Zeit. 😉)
Einfach nur glücklich damit zu sein, was gerade ist, ohne etwas anders haben zu wollen, ist bereits eine perfekte Methode um wunderschöne Weihnachten (und andere Zeiten) zu haben – denn es gibt ja kein Problem für uns, wenn wir mit nichts unglücklich werden. Wir können unsere Zeit also alleine damit verbringen, zu üben, dass gerade nichts anders sein muss. Ein “falsches” Wort, eine “falsche” Bemerkung, ein “falsches” Benehmen, zu laut, zu viel, zu irgendwas… Es darf alles so sein, wie es ist. Dann werden wir sehr schöne und sinnvolle Weihnachten haben. Und wie gesagt, das bedeutet nicht, dass wir unseren Wunsch aufgeben oder dass wir gut finden, was passiert – nein, das müssen wir nicht – aber ob und wie wir äußerlich reagieren, können wir uns dann aus dieser inneren Ruhe heraus überlegen.
Wir haben eine Gemeinsamkeit
Es gibt aber noch einen zweiten Gedanken, den ich Euch vorstellen möchte. Er ist überaus hilfreich und wenn wir diesen Gedanken bei uns halten, werden wir unseren Wunsch nach Harmonie und Freude mit Sicherheit erfüllen können und er baut gewissermaßen auf den vorheringen Gedanken auf: der Gedanke an das Glück von anderen. Wir wenden uns damit gedanklich anderen zu. Was wünschen sich denn andere in ihren Herzen? Schöne, harmonische, friedvolle Weihnachten? Ein bestimmtes Geschenk? Ein bestimmtes Essen? …? Was auch immer es ist und wie auch immer sich andere verhalten, es entsteht immer aus dem tiefen inneren Wunsch, glücklich sein zu wollen – genau wie bei uns auch. Darüber müssen wir vielleicht erst mal nachdenken. Warum stehen wir morgens auf, putzen uns die Zähne, essen und trinken, arbeiten, treffen uns mit Freunden, gehen wieder schlafen… Egal was wir den ganzen Tag tun – warum machen wir das eigentlich? Weil es andere erwarten? Weil Mama es uns beigebracht hat? Weil es die Gesellschaft so will? Weil es im Vertrag steht? …?
Wir haben für alles, was wir tun, einen Grund, wir haben uns selbst dazu entschieden, auch wenn sich das nicht immer so anfühlen mag. Wir können vordergründig viele Motivationen für unsere Handlungen finden. Aber wenn wir tiefer schauen, möchten wir immer, dass es uns gut geht, also dass wir glücklich sind. Das ist der eigentliche Grund, der allem, was wir tun, zugrunde liegt. Und so wie wir uns Glück und Wohlergehen wünschen und daraus handeln, so wünschen es sich auch andere und handeln daraus. Niemand möchte etwas Unangenehmes erfahren. Das Interessante und vielleicht etwas Überraschende daran ist, dass wir uns diesen Wunsch viel mehr erfüllen können, wenn wir versuchen, ihn für andere zu erfüllen, anstatt nur unseren eigenen Wunsch. Das bedeutet, dass wir uns anderen innerlich mehr zuwenden, dass wir mehr Interesse daran entwickeln, was andere sich wünschen, dass wir versuchen zu fühlen, was sie fühlen und dies als genauso wichtig zu erachten wie unsere eigenen Interessen, Wünsche, Gefühle usw.
Wichtig dabei ist, zu verstehen, dass das nicht bedeutet, dass wir alles tun, was andere sagen und wollen. Es ist erst einmal ein Wunsch, eine innere Haltung – in unserem eigenen Herzen, nicht mehr. Daraus entsteht dann ganz natürlich, dass wir uns Gedanken machen, was wir zur Freude und zum Glück der anderen beitragen können. Das muss aber auch nicht unbedingt etwas Äußeres sein. Vielleicht ist ein Schweigen, ein interessiertes Zuhören, ein verständnisvoller Blick oder einfach unser glückliches Annehmen von dem, was gerade da ist, das, womit wir im Moment am meisten zum Glück der anderen beitragen können.
Das beste Geschenk – probiere es aus
Wie machen wir das nun praktisch? Das ist natürlich nichts, was man so nebenbei macht, am besten lehnst Du Dich etwas zurück, holst ein paar tiefe Atemzüge und kommst etwas zur Ruhe und bei Dir im Herzen an.
Dann denkst Du an eine Person, mit der Du es ausprobieren möchtest. Stell sie Dir einfach vor.
Versetze Dich in sie hinein. Wie geht es ihr? Was sind ihre Gedanken? Was sind ihre Gefühle? Was wünscht sie sich? Fühle ihren Wunsch, glücklich sein zu wollen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Person das genauso fühlt oder wünscht, wie Du es Dir vorstellst. Wir nähern uns ihr einfach an.
Dann wünsche dieser Person aus tiefem Herzen, dass sich ihre Wünsche erfüllen mögen, dass es ihr gut geht, dass sie glücklich ist. Wünsche es ihr so sehr, wie Du es Dir für Dich selbst wünschst. Dieser Wunsch ist Liebe.
Genieße diesen Wunsch und nimm ihn mit – nimm ihn mit zu Deinen Liebsten und auch zu Deinen weniger Liebsten. Versuche ihn auf sie zu übertragen. Wenn Du Weihnachten mit diesem Wunsch in Deinem Herzen verbringst, also Dir für die um Dich herum fühlst und wünschst, dass sie glücklich sein mögen, genauso, wie Du es Dir selbst wünschst, wirst Du sehr harmonische und friedvolle Weihnachten haben. Und Du wirst anderen ein wunderschönes Geschenk machen, das beste Geschenk, das Geschenk der Liebe. 💝
Das braucht natürlich etwas Übung, deshalb ist es hilfreich, das vor Weihnachten schon etwas auszuprobieren – und wenn wir auch nach Weihnachten glücklich sein möchten, wäre es eine gute Idee, das auch nach Weihnachten weiter zu üben. 🫠
Mit diesen Gedanken wünsche ich Dir wundervolle, entspannte, harmonische, sinnvolle Weihnachten und Tage, mit Liebe in Deinem Herzen und mit einem willkommen heißen für alles, was gerade da ist. 🙏💞