Ich hoffe, Du hattest einen schönen, entspannten Jahresbeginn, oder bist Du schon wieder ganz im Arbeits- und Alltags-Strudel eingetaucht? Mit Stress, Routine, Erwartungen, Ansprüchen genügen oder sie erfüllen…? Hast Du mal darüber nachgedacht, ob es auch anders sein kann?
Wenn wir jung sind, starten wir unser Arbeitsleben vielleicht mit guter Motivation, mit Freude, wollen etwas bewirken, einen Mehrwert schaffen, vielleicht anderen nützen. Wir denken, was wir tun ist eine gute Sache. Und irgendwie muss es ja auch so sein, denn jeder arbeitet, das gehört in unserer Gesellschaft zu einem guten Leben dazu. Und es macht uns ja auch glücklich – oder etwa nicht? Mit 30 – 40 Jahren überdenken wir es vielleicht nochmal, studieren oder lernen etwas anderes, denn so ganz war es das doch nicht, oder wir bleiben dabei, denn was wir haben ist uns sicher, vielleicht erwartet die Bank monatlich Geld von uns und unsere Familie möchte schließlich auch täglich etwas zu essen und sooo schlecht ist es auch nicht. Außerdem wissen wir auch nicht so genau, was wir sonst machen sollten, also lassen wir besser alles, wie es ist – und so bleiben wir dabei. Solche oder so ähnliche Erfahrungen sind nicht allzu selten. Aber sind wir damit wirklich glücklich?
Was ist Deine Stellschraube für Glück?
Vielleicht wäre es ganz gut, sich mal zu fragen: wozu das ganze? Und muss das so sein? Und wenn nicht, warum machen wir es nicht anders? Als Kind habe ich mir oft das Arbeitsleben vorgestellt, wie es mal sein wird (weniger vom Inhalt, mehr vom Gefühl und vom Erleben) – Stress und solche Sachen kam da aber nie vor. ☺️ Also, was ist da schief gelaufen? War es unrealistisch? Nein, es ist überhaupt nicht unrealistisch – wir müssen nur wissen, was wir ändern müssen, damit wir das gewünschte Ergebnis erhalten. Ich würde Dir ja gerne sagen, ändere Deinen Job (oder andere Dinge), wenn er Dich nicht wirklich glücklich macht, wenn Du den richtigen Job, vielleicht Deine Berufung usw. hast, dann ist alles gut – das kann ich aber nicht. Es ist sicher, dass wir etwas ändern müssen, wenn das, was wir tun, nicht die Resultate bringt, die wir uns wünschen. Aber was genau müssen wir ändern?
Wir haben letztens ein wunderschönes Alpenveilchen bekommen und es hat wohl genau den richtigen Standort gehabt. Aber nach wenigen Wochen ist es eingegangen. Warum? Staunässe…🙈 Wenn ich ein neues Alpenveilchen wollen würde, müsste ich genau wissen, was ich anders machen muss, damit ich nicht wieder das gleiche Ergebnis erhalte.
Wenn wir also immer wieder in unserem Leben unzufrieden oder unglücklich sind, müssen wir genau wissen, was wir ändern müssen, damit das Resultat rauskommt, das wir uns wünschen. Von einem Standpunkt ist es sicher richtig, äußerlich etwas zu verändern, wenn wir nicht glücklich sind, das kann vorübergehend helfen, ich möchte niemanden davon abbringen. Und ja, es wird sich mit einem neuen Job, einer Weiterbildung, einem neuen Hobby, Partner etc. mit Sicherheit etwas verändern. Aber wird es Dich glücklich machen?
Zufriedenheit können wir lernen
Die wichtigste Zutat für ein glückliches, zufriedenes Leben ist und bleibt unser friedvolles Herz. Innerlich friedvoll und zufrieden zu sein hat genauso viel mit äußeren Dingen zu tun, wie ein Kleid mit der Sonne. Ein Kleid bleibt ein Kleid, egal ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Es ist auch nicht von der Sonne abhängig, um zu entstehen. Es ist abhängig vom richtigen Stoff, Faden usw. Es kann entstehen, ohne dass die Sonne scheint. So können wir zufrieden sein – egal, welchen Job wir haben. Aber wie bitte kann man mit allem zufrieden sein?
“Ein angenehmes und heiteres Leben kommt nie von äußeren Dingen, sondern der Mensch bringt aus seinem Inneren, wie aus einer Quelle, Zufriedenheit in sein Leben.”
(Plutarch)
Es kann sooo einfach sein: sei zufrieden! – das bedeutet aufzuhören, mit etwas unzufrieden zu sein. Es ist also vielmehr ein “aufhören etwas zu tun” als etwas zu verändern. Kannst Du Dir vorstellen, wie es sich anfühlen würde, wenn man mit allem zufrieden ist, was gerade ist? Mit dem, was wir haben und mit dem, was wir nicht haben? Wenn alles so sein darf, wie es ist? Wenn nichts anders oder besser sein muss?
Lass es uns ausprobieren
Vielleicht denkst Du jetzt “das ist doch viel zu einfach” – jaaa, es darf auch einfach sein! 🌈 – probiere es aus! Fühle Dich voll und ganz zufrieden mit dem, was Du hast.
Wenn Dir das nicht ausreicht, dann kannst Du auch darüber nachdenken, was Du gerade hast:
- welche Möglichkeiten (es gibt soo viel, was Du tun kannst),
- welche Freiheiten (Du kannst lernen, sehen, machen etc. was Du möchtest),
- was Du alles besitzt (wir haben alles was wir brauchen)
- All das ist nicht selbstverständlich, nicht jeder hat diese Möglichkeiten. Du kannst über die unzähligen anderen Menschen und Tiere nachdenken, die all diese Möglichkeiten nicht haben.
- …
Diese Gedanken sind im Alltag besonders wichtig. Wenn etwas schiefgeht, vergessen wir es leicht. Aber wir können uns jederzeit darauf richten. Etwas ist nicht so, wie wir es wollen? Ok, mag sein, trotzdem haben wir unglaubliche Möglichkeit, Freiheiten usw. Was macht es schon, dass mal etwas nicht so ist, wie wir es wollen, das ist ok, es darf sein, tatsächlich ist es im Angesicht unserer Möglichkeiten gar nicht so wichtig. Mit Zufriedenheit schätzen wir, was wir jetzt gerade haben und schauen nicht auf einen möglichen Mangel. Wenn wir uns auf die Dinge richten, die uns vermeintlich fehlen, werden wir leicht unzufrieden. Mit Zufriedenheit in unserem Herzen sind wir immer ruhig und entspannt – ein wunderbarer Schatz, den wir immer bei uns haben können. 💎