Kleines Mädchen schaukelt über die Stadt "Deine Zeit ist begrenzt. Also verschwende sie nicht damit, ein Leben zu führen, das nicht deines ist." (Steve Jobs)

Unsere Freiheit nicht gemocht werden zu müssen

Mal ganz ehrlich – wie wichtig ist es Dir, was andere über Dich denken? Wie gehst Du mit Kritik um? Wie fühlt sich das an, wenn andere auf Dich herabschauen? Früher haben manchmal Menschen gesagt: “Was sollen bloß die Leute sagen?” Wir sind daher vielleicht bereits in einer Umgebung aufgewachsen, in der wir das Gefühl hatten, dass die Meinung von anderen über uns irgendeine Bedeutung hat oder wir haben versucht, die Liebe unserer Mutter oder von anderen zu gewinnen. Vielleicht haben wir auch die Angewohnheit, anderen helfen zu wollen, damit sie uns mögen. Es gibt hier viele Variationen. Wie ist das bei Dir? Und selbst wenn es bei uns selbst nicht so stark ausgeprägt ist, gibt es vielleicht ein paar wenige Personen, bei denen es uns dann doch nicht egal ist, was sie von uns denken.

Wahrscheinlich ist es für viele Menschen unangenehm, wenn wir die ablehnende Haltung anderer uns gegenüber spüren. Aber vor allem für feinfühlige Menschen ist es oft ein großes Thema, denn zum einen spüren sie oft jede noch so kleine Ablehnung oder Unstimmigkeit. So kann es sein, dass sie den Ärger von anderen bereits spüren, wenn er nur sehr gering und für andere Personen noch gar nicht wahrnehmbar ist. Und zum anderen ist ihr Wunsch nach Harmonie oft so stark, dass sie schon früh gelernt haben darauf zu reagieren oder sich anzupassen. Leider ist diese Strategie nicht sehr hilfreich, denn wenn wir uns immer wieder anpassen, um anderen zu gefallen, um dazu zu gehören oder um gemocht zu werden, entfernen wir uns innerlich von uns selbst, wir leben ein Leben, das nicht aus unserem Herzen kommt, uns also nicht entspricht und wir sind wie ein Fähnchen im Wind, ständig hin- und hergerissen von den Meinungen und Handlungen anderer und unserem Bestreben es ihnen Recht zu machen und ihnen zu gefallen – ein Streben, das uns nie gibt, was wir uns eigentlich wünschen. Die Gefahr ist daher groß uns dadurch irgendwann zu verausgaben. Und es hindert uns daran, uns innerlich weiter zu entwickeln, das Leben zu leben, das wir leben möchten und vor allem glücklich zu sein.

Wir müssen uns daher fragen: Macht es wirklich Sinn, dass die Meinung anderer Menschen über uns etwas ist, was unser Denken und Handeln beeinflusst? Was denkst Du? Und wenn ja, was genau sind Deine Gründe dafür? Irgendwie haben wir vielleicht das Gefühl, dass unser Glück davon abhängt, dass wir gemocht werden, dass wir unseren Job nur behalten können, wenn unser Chef uns mag usw. Aber wenn wir es genauer untersuchen, merken wir, dass andere Menschen so oder so denken, was sie wollen, dass sie mögen, was oder wen sie wollen – wir können das nicht kontrollieren. Und selbst wenn wir uns noch so stark bemühen, wird es Menschen geben, die etwas finden, was ihnen an uns nicht gefällt und etwas an uns oder uns als Person gänzlich ablehnen. Das heißt, allein diese Vorstellung, anderen gefallen zu wollen oder gemocht zu werden, ist vollkommen unrealistisch. Selbst die reinsten, heiligsten, gütigsten, schönsten oder intelligentesten Menschen der Welt oder in der Geschichte der Menschheit haben jemanden, der sie ablehnt oder nicht mag,  ja ihnen vielleicht sogar sehr schaden möchte. Jesus, Buddha, Gandhi, Queen Elizabeth II, der Dalai Lama, … egal, welche Person uns einfällt, die wir als besonders betrachten, sie alle haben jemanden, der sie oder etwas an ihnen nicht mag. Was wir also brauchen ist eine vollkommene Akzeptanz darüber, dass andere uns nicht mögen oder uns ablehnen. Abgelehnt zu werden ist eine vollkommen natürliche Sache in dieser Welt, es gehört genauso dazu, wie Sonne und Regen oder Tag und Nacht. Solange wir das nicht akzeptieren oder bestrebt sind, dass andere uns mögen und uns in der Folge vielleicht anpassen oder uns selbst innerlich für unsere Fehler verurteilen, können wir nicht in Frieden und glücklich leben. Wie könnten wir jemals glücklich sein, solange wir glauben, dass etwas, auf das wir keinen Einfluss haben, anders sein muss als es ist, damit wir glücklich sein können?

Abgelehnt zu werden hat nichts mit uns zu tun

Andere haben ihre eigenen Wünsche, Vorstellungen, Gedanken, Träume… Wenn etwas nicht ihren Wünschen oder Vorstellungen entspricht, lehnen sie es ab, genau wie wir auch. Und wenn wir selbst oder etwas an uns nicht so ist, wie andere es haben wollen, dann lehnen sie uns ab. Das kann unsere Kleidung oder Frisur sein, oder die Art und Weise, wie wir reden oder uns bewegen. Das kann letztendlich irgendetwas an uns sein. Vielleicht mögen sie auch etwas an uns nicht, weil sie glauben, dass wir in diesem Punkt besser sind als sie und sie deshalb Nachteile erfahren könnten, denn eigentlich möchten sie selbst die besten sein. Was auch immer es ist – es ist allein ihre Sache! Wir können es einfach akzeptieren, denn es hat absolut nichts mit uns zu tun! Wir müssen lernen, die Ablehnung anderer nicht als unseren Fehler zu betrachten oder etwas, das anders sein muss. Wenn wir den Wunsch aufgeben, gemocht werden zu wollen, heißt das nicht, dass andere aufhören uns zu mögen! Wir klammern nur nicht mehr daran, dass es so sein muss.

Trotzdem können und sollten wir natürlich über die Kritik von anderen nachdenken, es gibt natürlich immer Dinge an uns, die wir verbessern können und wodurch wir andere vielleicht tatsächlich stören oder behindern. Indem wir ehrlich darüber nachdenken, können wir uns verbessern und wachsen. Aber wir sollten es nicht persönlich nehmen und uns emotional nicht davon beeindrucken lassen. 

Wie stark wir etwas ablehnen, anders haben wollen oder im Widerstand sind, ist abhängig davon, wie stark wir an unserer Vorstellung oder unserem Wunsch festhalten, dass es anders sein soll. Umso größer also unser Wunsch ist, von einer bestimmten Person gemocht zu werden, umso mehr werden wir danach streben, diesen Wunsch zu erfüllen, und uns anstrengen und letztendlich verbiegen und schließlich auch darunter leiden.

Was wir gewinnen, wenn wir anderen die Freiheit geben zu mögen wen sie wollen

💎 Geben wir andererseits anderen die Freiheit zu denken, zu mögen oder abzulehnen, was sie wollen, einschließlich uns oder etwas an uns, gewinnen wir die Freiheit selbst zu denken, was uns glücklich macht, den Weg zu gehen, den wir gehen wollen und so zu handeln, wie wir es in unserem Herzen als richtig empfinden. Denn wir sind innerlich nicht mehr “gezwungen” etwas zu unternehmen, um äußerlich etwas zu verändern, um gemocht zu werden oder so zu handeln, dass wir nach außen irgendeinem Bild entsprechen. Wir gewinnen mit diesem kleinen veränderten Gedanken viel Raum in uns, eine innere Freiheit, so zu denken, zu leben und zu handeln, wie wir es für richtig halten und was uns und anderen gut tut. Das bedeutet nicht, dass wir die Belange anderer nicht mit einbeziehen. Natürlich achten wir darauf, andere nicht zu verletzen, wir respektieren ihre Grenzen und können für andere sorgen.

In einem meiner Lieblings-Yogi-Tee-Sprüche heißt es:

“Nicht lieben weil, sondern trotzdem.”

Das trifft es sehr gut. Wir tun dann all die Dinge für andere nicht, weil wir etwas von ihnen erwarten, weil wir gemocht werden wollen, wir tun es dann, weil wir es selbst möchten, weil wir andere mögen oder weil wir vielleicht verstehen, dass es wichtig ist, auf andere Rücksicht zu nehmen. Aber das schränkt uns innerlich nicht ein, denn es ist unsere eigene Entscheidung aus unserem Herzen und wir erwarten im Gegenzug nichts von ihnen und wollen damit nichts für unseren Nutzen bewirken. 

💎 Wir verstehen dadurch, dass die andere Person selbst unter dem Einfluss von inneren Prozessen steht und dadurch keine wirkliche innere Freiheit hat.

💎 Wenn wir den Gedanken aufgeben, gemocht werden zu wollen, ist unsere Wertschätzung oder Liebe für andere nicht mehr von etwas abhängig, was außerhalb von uns liegt, sich ständig verändert und worauf wir letztendlich keinen Einfluss haben. Es wird uns daher leichter fallen andere wertzuschätzen und unsere Liebe wird dadurch stabiler, authentischer und tiefer.

💎 Dadurch entwickeln wir innerlich eine enorme geistige und emotionale Stärke, denn wir sind nicht mehr abhängig von anderen, um glücklich zu sein. Wenn wir damit einverstanden sind, dass andere uns ablehnen, wir Ihre Anerkennung nicht erwarten oder wünschen, sind wir innerlich frei und vor Verletzungen beschützt.

Probier es aus 💫

Vielleicht mögen diese Gedanken oder einige davon für Dich logisch und sinnvoll erscheinen, aber es braucht wirklich eine eigene innere Erfahrung von dem Reichtum der vollen Akzeptanz.

Nimm Dir etwas Zeit und Ruhe, so dass Du tief über die Gedanken nachdenken kannst. Dann suche Dir eine Person aus, bei der Du das Gefühl hast, dass es Dir wichtig ist, dass sie Dich mag und treffe eine bewusste, klare und feste Entscheidung: Wie auch immer du mich siehst, es ist vollkommen in Ordnung. Es ist deine Wahl und deine Freiheit, zu mögen und abzulehnen wen du möchtest – du musst mich nicht mögen!

Wenn wir uns dadurch innerlich entspannen, können wir mit der Zeit auch eine weitere Entscheidung treffen: Mein Glück hängt nicht davon ab, ob Du mich magst oder nicht, daher habe ich die Freiheit, dich trotzdem wertzuschätzen, egal, wie du bist. Ich schätze Dich, egal wie Du bist.

Vielleicht sind diese Gedanken zu Beginn etwas ungewohnt, aber wenn wir öfter darüber nachdenken und diese Entschlüsse fassen, können wir mehr und mehr die innere Freiheit und Ruhe spüren, die es uns gibt. Genieße den Weg des Lernens und viel Freude mit Deinen Gedanken! 💞

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