Manchmal gibt es Situationen, in denen wir zwar wissen, was genau das Richtige ist und was wir tun sollten, aber wir können es nicht tun – und wissen vielleicht gar nicht mal warum, es geht einfach nicht. Oder wir tun es dann trotzdem, es funktioniert aber nicht so, wie wir es eigentlich wollten. Hast Du das mal erlebt? Vielleicht passiert so eine Situation auch immer wieder mal in unserem Leben und wir merken es gar nicht so richtig, da die Dinge ja immer mal schief gehen und wir schenken dem dann keine große Beachtung. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen, warum Dinge nicht klappen oder in unserem Leben schief gehen, denn nichts geschieht ohne Grund – und wenn wir die Ursachen verstehen, können wir auch etwas verändern.
Ein besonderer Lehrer
Ich habe es in meinem Leben sehr oft erlebt, dass ich zwar wusste, was das Beste in einer Situation wäre, aber es gab innerlich etwas, das mich wie zurückgehalten hat oder wie ein Hindernis dazwischen stand und ich musste eine andere Reaktion wählen. Kennst Du so etwas? 20 Jahre war Handball spielen mein Lehrer. Da habe ich es viele Male erlebt, dass mir das Publikum oder die Mitspieler und Trainer von außen zugerufen haben, was ich tun soll, z.B. aufs Tor werfen. Ich hatte damals ein gewisses Talent und einen sportlichen Körper, also alle Voraussetzungen, um Handball zu spielen, könnte man meinen. Aber an einer Sache hat es lange gemangelt – etwas, das nie jemand angesprochen hat, vermutlich weil es auch niemand wusste – aber ich wusste es, denn für mich war es immer spürbar: ein Mangel an inneren Bedingungen oder anders gesagt: ein inneres Hindernis! Ja, von außen sah es vielleicht manchmal so aus, als sei es beispielsweise eine perfekte Wurfposition, aber es waren dennoch nicht alle Bedingungen zusammen gekommen, damit es erfolgreich sein konnte. Ich wusste es innerlich, für mich war es offensichtlich und ich habe viel darüber nachgedacht und versucht herauszufinden, was es genau ist. Erst im vorletzten Jahr meiner “Handballkarriere“ fand ich einen Trainer, der es ganz genau verstanden hatte, und ganz gezielt mit mir an diesen inneren Hindernissen arbeitete. Wie? Vor allem durch ständige Ermutigung, durch einen konsequent positiven Blick aufs Potenzial. Er war zu 100% davon überzeugt, was in mir steckte (er musste das nicht sagen, ich spürte seine Einstellung und es wirkte!) und obwohl ich “schon” 26 Jahre war, wusste er, was alles noch entwickelt werden konnte – und so entwickelte ich mich weiter und lernte in diesem einen Jahr so viel wie wahrscheinlich in den 18 Jahren davor zusammen. Das Ergebnis war, dass ich nach etwa einem Jahr alle inneren Hindernisse abgebaut hatte und mich innerlich völlig frei gefühlt habe und somit auch keine Wurf-Blockaden mehr hatte. Obwohl ich das hier an einem sportlichen Beispiel beschreibe, sind die wesentlichen Schritte innere, also geistige Prozesse.
Warum erzähle ich das alles? Innere Blockaden sind nichts Neues, aber wenn wir sie auflösen wollen, müssen wir sie erst einmal erkennen und sie uns eingestehen. Spüre also mal in Dich hinein.
- Wo möchtest Du anders sein?
- Wo hält Dich innerlich etwas zurück? Du weißt, dass Du es kannst, in der Theorie ist es klar, aber im Moment kannst Du es noch nicht umsetzen?
- Wo stößt Du immer wieder an Deine Grenzen?
- Beobachtest Du solche Situationen manchmal im Alltag?
- Vielleicht hast Du auch Reaktionen, die Du gar nicht haben möchtest, aber trotzdem reagierst Du immer wieder auf die gleiche ungute Weise?
Wichtig ist, sich hier nicht zu verurteilen, sondern das Verhalten erst einmal einfach nur zu beobachten, um daraus etwas Wichtiges zu lernen.
Mach das Gegenteil
Innere Blockaden verstecken sich oft hinter Gedanken wie: ich kann das nicht, das ging ja noch nie, jetzt geht es gerade nicht, ich bin nicht gut darin, andere können es besser, es geht einfach nicht… Und wir hören diesen Gedanken zu und glauben ihnen und so hindern wir uns ganz einfach selbst etwas zu können, zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Solche Gedanken limitieren uns und schränken uns ein. Das Gegenmittel könnte einfacher nicht sein: mach exakt das Gegenteil! Höre diesen Gedanken nicht zu, glaube ihnen nicht und sei wie mein Trainer: ermutige Dich konsequent selbst indem Du mit positivem Blick, mit 100%iger Zuversicht (nicht mit übertriebenem Stolz) und mit Freude immer wieder auf Dein Potenzial schaust. Probiere es jetzt gleich aus. Spürst Du die veränderte Stimmung in Dir? Die ermutigende und stärkende Kraft? Die inneren Blockaden mögen noch da sein, aber wir müssen ihnen keine Beachtung und schon gar keinen Glauben schenken, wir dürfen sie einfach vollkommen ignorieren!
Glaube nicht alles was Du denkst
Innere Blockaden wirken! Sie wirken solange, wie wir auf sie hören und ihnen folgen. Sobald wir es aufgeben, sie ernst zu nehmen, haben sie keine Kraft mehr uns zu stören. Finde also heraus, welche Gedanken in Deinem Geist immer wieder entstehen, Dich aber in Wirklichkeit nur klein oder von etwas zurückhalten und so Deine positive Entwicklung und Dein inneres Wachstum stören. Und finde vor allem Gedanken, die sich auf Dein Potenzial und Deine Entwicklung richten, die Dich stärken und ermutigen und richte Dich stattdessen immer wieder auf diese positiven Gedanken.
Ein großes Geschenk für alle!
Das funktioniert nicht nur für uns, das funktioniert auch für andere! Genauso wie wir uns auf unser eigenes Potential richten, können wir uns auch auf das Potential von anderen richten, anstatt auf ihre Fehler und ihnen somit ebenfalls helfen, zu wachsen. Wie an dem Beispiel mit meinem Trainer gesehen, können wir auf diese einfache Art und Weise anderen enorm dabei helfen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Beobachten kann man das auch schön bei Eltern mit ihren Kindern. Eine Mutter schaut beispielsweise ganz natürlich mit unerschütterlicher Zuversicht auf das Potential der Kinder und hilft ihnen so beständig zu wachsen. Dabei ist es in erster Linie nur eine innere Einstellung, alles andere folgt dann ganz natürlich daraus. Wir müssen anderen nicht mal etwas sagen, sie werden es spüren und es wirkt – Gedanken wirken! Es ist tatsächlich ein riesiges Geschenk, das wir anderen machen können, wenn wir uns innerlich auf ihr Potential richten. Und es wird nicht nur dafür sorgen, dass andere innerlich wachsen, es wird uns selbst auch außerordentlich positiv machen.
Lass es uns ausprobieren
Daher lohnt es sich definitiv, es auszuprobieren! Der Clou: Es braucht kontinuierliches Training! Es kann seine Wirkung nur entfalten, wenn Du es immer wieder übst, denn nur so werden destruktive Gedanken immer weniger und positive Gedanken gewinnen an Kraft und die ermutigende und stärkende Wirkung nimmt so immer mehr Raum in Deinem Leben ein – und wirkt sich auch auf andere aus.
Viel Freude, wenn Du es ausprobieren magst und genieße den Prozess des Lernens.